Von Katerfrühstück und Konterbier

Der Jahreswechsel steht an und es werden große Pläne geschmiedet, welche Vorsätze im neuen Jahr umgesetzt werden. Und weil diese in der Regel viel Disziplin erfordern, hat man an Silvester oft das Gefühl jetzt nochmal ein letztes mal über die Stränge schlagen zu können oder zu sollen.

Das geht an keinem Tag so sehr mit dem Konsum von Alkohol einher, wie an Silvester. Vor 24 Uhr Bier und Wein, schlag 0 Uhr wird mit Sekt angestoßen und danach gerne auch noch das eine oder andere Schnäpschen. Das böse Erwachen folgt dann an Neujahr. In diesem Artikel erspare ich mir die Moralkeule, sondern gebe euch fachlich und sachlich Tipps, was wirklich zu tun ist, wenn man mit einem Kater aufwacht. Übrigens eine der Fragen, die mir privat am häufigsten gestellt wird.

 Vorab: Ein Wundermittel gibt es nicht. Wenn ich eines hätte, wäre ich Milliardär. Es gibt aber einige Mythen rund um das Thema, die ich gerne beleuchten werde. 

1) Wasser trinken schützt vor / hilft bei Kater

Ein klares Ja. Die Hauptsymptome des Katers entstehen tatsächlich durch einen Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel im Körper. Beides wird diesem durch Alkohol entzogen. Dementsprechend ist es ratsam schon am Abend einiges an Wasser zu sich zu nehmen und auch am nächsten Morgen kann das helfen. Elektrolytlösungen, die eigentlich zur Behandlung bei Durchfallerkrankungen eingesetzt werden, verbessern den Effekt sogar noch.

 2) Fettiges Essen / eine „gute Grundlage“ schützt vor Kater

Jein. Das funktioniert nur bis zu einem gewissen Grad. Fett verlangsamt die Aufnahme von Alkohol in den Blutkreislauf. Somit steigt der Promillespiegel langsamer an und dem Körper werden nicht ganz so Schlagartig Mineralien und Wasser entzogen. Das ist gut und kann durchaus vor einem Kater schützen. Trinkt man allerdings munter weiter, spielt dieser anfänglich Schutz auch irgendwann keine Rolle mehr.

 3) Katerfrühstück

Kann helfen, muss aber richtig gemacht werden. Es gibt Studien, die zeigen, dass Alkohol unter einem erhöhten Blutzuckerspiegel schneller abgebaut wird. Schnell verfügbare Kohlenhydrate können also helfen den Kater zu verkürzen. Dazu eignen sich Obst und Getreideprodukte gut. Das fettige Rührei mit Speck oder Burger/Pizza Frühstück bietet genau wie der Rollmops durchaus Mineralstoffe, haben aber den Nachteil, dass sie den Magen sehr belasten können. Rein wissenschaftlich gesehen, ist also zB. ein Müsli mit Honig und Früchten das optimale Katerfrühstück.

4) Mit Pillen wird alles besser

Stimmt durchaus, aber auch hier gilt es einiges zu beachten. Gegen die Kopfschmerzen können Tabletten natürlich gut eingesetzt werden. Auf Paracetamol sollte dabei aber verzichtet werden. Der Alkohol am Vorabend hat die Leber bereits beansprucht. Paracetamol würde dies erneut tun. Das ist keine gute Kombination. Aspirin/ASS ist besser, hat aber auch ein gewisses Problem. Es wirkt genau wie Alkohol blutverdünnend. Damit hat man in Kombination eine deutlich höhere Blutungsneigung. Das somit beste Schmerzmittel bei Kater ist daher Ibuprofen. Auch das häufig auftretende Sodbrennen bekommt man Medikamentös durchaus in den Griff. Hierzu eignen sich alle Antazida.

 5) Konterbier

Verschiebt nur. Der Körper reagiert auf den neuen Alkohol indem er sich erst mal um diesen kümmert. Dadurch entsteht kurzzeitig weniger Acetaldehyd, ein Abbauprodukt von Alkohol und Hauptverursacher von Katersymptomen. Das bringt aber nichts. Irgendwann muss man da durch.

 Ihr seht: Am Ende bleibt mir leider doch nur die Moralkeule. Das einzige wirksame Mittel gegen einen Kater ist weniger Trinken. Wer trotzdem nicht auf größere Mengen Alkohol verzichten kann, sollte während des Abends schon viel Wasser trinken, sich Elektrolytpulver, Ibuprofen und Antazida in der Apotheke besorgen und für den nächsten Morgen schon mal Müsli und Äpfel parat stellen.

 Kommt gut rein!

Euer Markus

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„Lungenbulimie“

Wat uns hier manchma so erzählt wird is schon hatten Tobak. Da klagen dich die Leute ihr Leid. Oft bisse da nen halben Seelenklempner. Is auch gut so. Wir sind ja Heilberufler. Und manchma is nix heilsamma, als wem andas ma so richtich die Gesamtproblematik zu schildan.

Normalaweise bleibse da natürlich hoch professionell und hörst dich das einfühlsam an und gibs anne richtigen Stellen ma nen bissken aufmuntanden Zuspruch.

Dat wird abba deutlich schwieriga, wenn dein Gegenübber ne bei Apothekenkunden sehr beliebte Schwäche hat und Fachwörta falsch benutzt. Ich konnte schon verstehen, dass die Dame dat nich gut fand, dass ihr Gatte ne Lungenembolie hatte und hatte auch wirklich ehrliches Mitleid mit die Dame. Ich konnte es nur nich so gut zeigen, weil die Gute mehrfach dat Wort „Lungenbulimie“ benutzte und ich die komischen Bilda außen Kopp kriegen musste, die dat in mich ausgelöst hat.

 

Eure Maria